
Verstehen statt nachkochen
Das hier ist kein klassischer Kochkurs. Du gehst nicht mit fünf neuen Rezepten nach Hause, sondern mit einem neuen Verständnis davon, wie Essen funktioniert.
Wir kochen vegetarisch – aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: Wie bekommst du in eine Brühe, eine Sauce, ein einfaches Gemüsegericht so viel Tiefe, dass niemand Fleisch vermisst? Wie schmeckst du richtig ab? Was passiert, wenn Säure dazukommt – und was, wenn Salz fehlt?
Sechs Stunden. Eine kleine Gruppe. Ich stehe neben jedem Einzelnen, wenn abgeschmeckt wird, und korrigiere live. Am Ende kannst du keine fünf neuen Gerichte – aber du wirst nie wieder eine Sauce abschmecken, ohne zu wissen, was du gerade tust.
Vorspeise
Die Suppe, die du selbst fertig machst. Winter: warme Gemüsesuppe aus dem Fond vom Morgen. Sommer: Gazpacho, kalt und klar. Alle bekommen denselben Sud – Säure, Salz, Süße, Fett entscheidest du.
Hauptgang
Gnudi. Selbst gemachter Ricotta, von Hand geformt. Pilz-Jus aus demselben Fond, Salbei-Haselnuss-Butter. Ein Fond, zwei Gänge – nichts wird weggeworfen.
Dessert
Olivenöl-Schoko-Mousse mit Fleur de Sel. Bitterschokolade, kaltgepresstes Olivenöl, grobes Salz. Der letzte Beweis des Tages: Fett und Salz verändern alles.

Erst schmecken, dann kochen
Wir fangen am Gaumen an, nicht am Herd. Blinde Verkostung der fünf Geschmacksrichtungen und von sechs pflanzlichen Umami-Quellen. Du lernst zu schmecken, bevor du kochst – und merkst dabei, wie wenig du bisher wirklich wahrgenommen hast.

Eine Karotte, vier Techniken
Dieselbe Karotte, vier Gartechniken – roh, pochiert, geröstet, geflämmt. Du schmeckst den Unterschied direkt nebeneinander. Ab diesem Moment ist klar: Nicht die Zutat entscheidet, sondern was du mit ihr machst.

Tiefe ohne Fleisch
Wir setzen gemeinsam einen dunklen Gemüsefond an – die Basis für alles, was danach kommt. Geröstetes Gemüse, Pilze, Tomate, Kombu, Miso. Danach verstehst du, warum eine gute Brühe kein Fleisch braucht, um satt zu machen.

Handwerk am Hauptgang
Ricotta machen wir selbst. Gnudi formst du von Hand. Der Pilz-Jus wird aus dem Fond vom Morgen reduziert, dazu Salbei-Haselnuss-Butter. Nicht als Rezept zum Abhaken – sondern damit du siehst, wie aus vier Handgriffen Geschmack entsteht.

Der Abschmeck-Workshop
Der Kern des Tages. Jeder bekommt denselben Sud und muss ihn fertig machen – Säure, Salz, Süße, Fett. Ich gehe von Platz zu Platz, schmecke mit und erkläre, warum. Am Ende steht derselbe Ausgangspunkt in acht verschiedenen Versionen auf dem Tisch. Genau das ist die Lektion.

Fett verändert alles
Zum Abschluss eine Olivenöl-Schoko-Mousse mit Fleur de Sel – und der letzte Beweis des Tages: Fett und Salz verändern Schokolade komplett. Danach setzen wir uns zusammen und essen alles, was wir gekocht haben.
